Baladi

Der Tanz Baladi wird auch Beledi oder Balady genannt. Die Wortbedeutung lautet "vom Lande" oder "vom Lande kommend", Adjektiv von "Balad" = das Land, kann aber auch die Bedeutung von "mein Land" (gebildet aus Balad + Personalendung "i" für mein) haben - und bezieht sich in diesem Fall auf den Tanz. . So gehört der Baladi heute zu den folkloristischen Tänzen, der die Sehnsucht der ehemaligen Landbevölkerung nach ihrer alten Heimat ausdrückt und viele Elemente der orientalischen Folklore enthält. Wenn wir von Städten sprechen, dann ist das vorwiegend Kairo, aber auch Alexandria.
Was also steht im Mittelpunkt dieser Menschen, die vom Land kommen in eine Stadt, in der Sie als „unmodern“ und „Landpomeranzen“ belächelt werden:
Selbstrespekt und der Wunsch von allen Anderen auch respektiert zu werden. Und darum geht es auch in den Baladi – Liedern – es geht um Liebe, Leid, Wehmut, die verlorene Heimat, das verpasste Glück, die unglückliche oder aber auch die unbeschreibliche Liebe……also Herzschmerz, Romantik und Sehnsucht !

Der Ausdruck eines breiten Gefühlsspektrums und komplexer rhythmischer Strukturen, hat Baladi zu einer anspruchsvollen musikalischen und tänzerischen Kunstform werden lassen. Die "neuen" Stadtbewohner, die ehemals auf dem Land wohnten, brachten ihre Traditionen in die Stadt mit, passten ihre Kultur und auch sich selbst den neuen Einflüssen an. Somit entstand auch eine neue Musik und ein neuer tänzerischer Ausdruck. Ein wesentliches Merkmal - dem Jazz/Blues vergleichbar - ist das zentrale Element der Taqsim – dies ist das arab. Wort für Improvisation. Für die Tanzstücke des Baladi werden vor allem einfache, so genannte "gerade" Rhythmen ohne große Orchestrierung und Feinheiten, verwendet.

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Musiker und Tänzerin improvisieren innerhalb einer Grundstruktur, die im Laufe der Zeit immer komplexer wurde. Die Integration von Akkordeon oder Saxophon als Soloinstrumente eröffnete neue Ausdrucksmöglichkeiten. Der Musik des Baladi haftet oft eine Art Wehmut und Melancholie an, eine Trauer um die verlorengegangene alte Heimat, aber oft auch versteckte Kritik am bestehenden System und den aktuellen Lebensbedingungen, was den Baladi zum „Blues Ägyptens“ macht.

Für den Baladi verwendet die Tänzerin eine Galabija, viele Armreifen, große Ohrringe (alles in Gold), zwingend erforderlich ist ein Kopftuch oder Haarband und ein Tuch für die Hüfte. Dieses sollte aber keine Münzen haben. Hossam Ramzy schreibt: „Eine Baladi-Frau wirst du niemals in einem zweiteiligen Kostüm sehen – nicht mal dann, wenn sie im Sarg liegt“ ! – Dies gilt übrigens auch für die anderen Tänze der Baladi-Familie wie den Shamadan – ein Zweiteiler ist auch hier ein absolutes „Nein“

Baladi ist kein Tanz mit Choreographie. Ein echter Baladi wird immer improvisiert !

Weiter zählt zu den Tänzen der Baladi-Familie: der Orientalischer Tanz mit dem Shamadan und der Iskanderani (Tanz mit der Melaya)

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Baladi à la Dahab Sahar ist Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Lebensfreude pur und “unplucked”...

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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meiner Lehrerin und Freundin Abeer Will für die wertvollen Informationen rund um ihr Volk und dessen Tänze bedanken als auch bei Hossam Ramzy für die interessanten E-mail Diskussionen und den anregenden Gedankenaustausch

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Literatur
Wendy Buonaventura: Serpent of the Nile: Women and Dance in the Arab World, Interlink Publishing Group, 1998, ISBN 1-5665-6300-3
Karin Van Nieuwkerk: A Trade Like Any Other: Female Singers and Dancers in Egypt, University of Texas Press, 1995, ISBN 0-29278-723-5
Wendy Buonaventura: Bauchtanz, Kunstmann Verlag, 1998, ISBN 3-8889-7106-3
Dietlinde Bedauia Karkutli: Das Bauchtanz-Buch, Rowohlt 2002, ISBN 3-4996-1328-X
Eluan Ghazal: Der heilige Tanz. Orientalischer Tanz und sakrale Erotik, Simon & Leutner, 2005, ISBN 3-92238-995-3
Eluan Ghazal: Schlangenkult und Tempelliebe. Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften, Simon + Leutner, 1995, ISBN 3-92238-963-5

 


Hossam Ramzy