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Der Tanz mit dem Stock ist ein Folkloretanz aus dem Said. Der Said, das ist Oberägypten, also der südliche Teil Ägyptens (Tal der Könige). Die Saidi, das Volk aus dem Said, das sind Bauern, die von den Städtern auch schon mal als „einfältig“ belächelt werden. Es ist ein sehr erdiger, ursprünglicher Tanz, energiegeladen und kraftvoll. Männer tanzen diesen Tanz mit ihren dicken kräftigen Grabstöcken – mal würdig und imponierend, mal kämpferisch und dominant. Der Stock ist das Macht-und Phallussymbol des Mannes und unterstreicht seine Würde und gebietet Respekt. Dabei werden mitunter sogar die Reittiere (z.B. das Pferd) tänzerisch integriert. Diese kraftvolle Form des Stocktanzes nennt man Tahteeb. Die Männertänze alleinig sind historisch überliefert. Die Saidi sind ein eher verschlossenes Volk und Frauen tanzen dort in der Öffentlichkeit nicht. Also sind es die Ghawaaze, die diese Tänze bei Festen und Veranstaltungen darbieten. Ghawaazee Frauen haben sich den Tanz „abgekuckt“ und parodieren ihn eher süss und keck. Als Frauentanz nennt man ihn Raks (Al) Assaya. Dabei haben sie den Stock des Mannes als Requisit integriert und imitieren sein Machtgehabe nicht ohne eine Portion Ironie. Oftmals verwenden sie eine „hübschere“ Variante des Stockes, indem sie ihn mit Silber oder Gold verzieren (Krücke), aber auch der Männerstock kommt bisweilen zum Einsatz. Außer dem typischen Raks Assaya, der noch sehr erdig und ursprünglich ist gibt es auch den Baladi-Stocktanz. Er ist eher dynamisch, musikalisch moderner und peppiger als der Raks Assaya. Gesungene Lieder sind hier vorwiegend zu finden. Hier kommt bevorzugt der Männerstock zum Einsatz.
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